Vom Engagement gegen Ausgrenzung hin zum Einsatz für Demokratie und Gemeinschaft
Am Anfang stand der Wunsch, demokratiefeindlichen Entwicklungen im Ammerland nicht tatenlos zuzusehen.
2023 entstand die Idee, regional, kreativ und rechtlich sauber gegen rechtsextreme und demokratiefeindliche Strukturen vorzugehen. Ein erster Schritt war die Sicherung möglichst vieler potenzieller Internetdomains, um die lokale Verbreitung entsprechender Inhalte zu erschweren. Diese Domains wurden auf die eigens dafür aufgebaute Website www.buntes-westerstede.de weitergeleitet.
Schon in dieser Phase wurde deutlich: Es geht nicht nur darum, gegen etwas zu sein – sondern darum, für Demokratie, Vielfalt und ein respektvolles Miteinander einzustehen.
Im Januar 2024, inspiriert durch bundesweite Proteste, entstand kurzfristig die Idee, auch im Ammerland ein sichtbares Zeichen zu setzen. Innerhalb weniger Tage wurde eine Demonstration gegen Rechtsextremismus in Westerstede organisiert. Bestehende Netzwerke, Social-Media-Kanäle und die Website wurden genutzt, um Menschen zu mobilisieren. In diesem Zuge erhielt das Projekt seinen heutigen Namen: Buntes Ammerland.
Am 26. Januar 2024 kamen trotz widriger Wetterbedingungen und einer frühen Uhrzeit rund 1.500 Menschen auf dem Albert-Post-Platz zusammen. Die Demonstration wurde getragen von einem breiten Bündnis aus Vereinen, Parteien, Initiativen und engagierten Einzelpersonen. Redebeiträge u. a. aus Politik, Verwaltung und Zivilgesellschaft machten deutlich: Das Ammerland steht für Demokratie und Zusammenhalt.
Diese Demonstration war nicht nur ein starkes Signal nach außen, sondern auch der Startpunkt für eine dauerhafte Vernetzung im Ammerland und für viele weitere Aktionen.
Im Mai 2024 wurde ein weiterer wichtiger Schritt gemacht: die Gründung des Familiencafés Ammerland.
Zunächst gestartet in Kooperation mit der Kunstschule Abraxas, entwickelte sich schnell ein regelmäßiger Treffpunkt für Familien, Angehörige und Kinder. Aufgrund der positiven Resonanz zog das Familiencafé kurze Zeit später in das Gemeindehaus der Paulus-Kirche in Ocholt um.
Seitdem finden dort regelmäßig offene Nachmittage statt – mit Spielen, Bastelaktionen, gemeinsamen Waffelbacken, thematischen Angeboten und viel Raum für Austausch. Besonders wichtig war uns von Anfang an, Vielfalt erlebbar zu machen:
So gab es u. a. einen gemeinsamen Nachmittag mit der Bücherkiste Ocholt, einen Nachmittag der Vielfalt mit ausgeliehenen Büchern und Materialien der kvhs sowie immer wieder kreative Bastel- und Mitmachangebote.
Das Familiencafé steht exemplarisch für das, wofür das Bunte Ammerland heute steht: Demokratie beginnt im Alltag – bei Begegnung, Zuhören und gemeinsamem Tun.
Neben regelmäßigen Treffen und eigenen Angeboten ist das Bunte Ammerland auch im öffentlichen Raum präsent. Als Gruppe besuchen wir Veranstaltungen wie das ApenAir, waren mit einem Mitmach-Stand und Glücksrad auf dem Connect Festival vertreten und gestalteten beim 750-jährigen Jubiläumsfest einen großen Familienbereich mit XXL-Sandkasten, Kinderaktionen und Glücksrad.
Diese Präsenz ist uns wichtig: Wir wollen Demokratie, Vielfalt und Engagement sichtbar, niedrigschwellig und erlebbar machen – für alle Generationen.
Was als lose Initiative begann, ist über die Jahre gewachsen.
Im Januar 2026 folgt nun der nächste konsequente Schritt: die Gründung des Vereins Buntes Ammerland e. V..
Mit der Vereinsgründung schaffen wir verlässliche Strukturen für unser Engagement, stärken die Zusammenarbeit mit Partnern wie Demokratie leben! und geben vielen Ehrenamtlichen einen organisatorischen Rahmen, um gemeinsam weiterzumachen.
Aus einem Dagegen ist ein klares Dafür geworden:
für Demokratie, Vielfalt, Teilhabe und ein solidarisches Miteinander im Ammerland.